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Besuch der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule – IGS Geismar





Aus aktuellem Anlass hat die SPD-Ratsfraktion die Integrierte Gesamtschule in Geismar besucht und sich vor Ort zur aktuellen Schulpolitik informiert.

 

Die Landesregierung plant auch an Gesamtschulen das Abitur nach zwölf Jahren einzuführen, das bisher an dieser Schulform nach dreizehn Jahren vergeben wird.

 

Im Gespräch mit Schulleitung, Lehrern und Elternvertretern wurde deutlich, dass sich die Politik der schwarz-gelben Landesregierung von Anfang an gegen die Gesamtschulen richtete. Zu nennen ist hier u. a. das über Jahre geltende „Gesamtschulerrichtungsverbot“. Dieses wurde zwar gelockert, aber durch hohe Auflagen ist es nur sehr schwer möglich, neue Gesamtschulen einzurichten Damit wird vielen Kindern und ihren Eltern die freie Wahl der Schule verweigert.

 

 

Thematisiert wurde von den Gesprächsteilnehmern vor allem das so genannte „Turboabitur“. Das Abitur nach 12 Jahren bedeutet letztendlich die Zerschlagung der Gesamtschulen, da es dem Grundgedanken dieser Schulform diametral widerspricht. Das Prinzip des gemeinsamen Lernens wäre dann nicht mehr umzusetzen und die IGS und alle anderen Gesamtschulen würden in ihrer bisherigen Form nicht mehr weiterexistieren. Das wäre das Ende der integrativen Beschulung, die namentlich an der IGS Göttingen Geismar schon seit Jahrzehnten mit sehr großem Erfolg durchgeführt wird, wie die Lehrerinnen und Lehrer nachdrücklich betonten. Wenn das Abitur nach 12 Jahren tatsächlich auch an den Gesamtschulen eingeführt werden würde, so müsste bereits nach der fünften Klasse im Alter von etwa 10 Jahren eine Entscheidung über die weitere schulische Laufbahn gefällt werden, obwohl zu diesem sehr frühen Zeitpunkt noch gar nicht ausreichend erkennbar ist, welche Kinder wie begabt sind.

 

Begeistert zeigten sich die Mitglieder der SPD-Ratsfraktion von den Erfolgen der IGS. So erreichen Schülerinnen und Schülern, die von den Grundschulen eine Haupt- oder Realschulempfehlung erhalten haben, mindestens zur Hälfte erfolgreich die Sekundarstufe II und legen das Abitur ab.

 

 

Beim anschließenden Rundgang durch die Schule wurden den SPD-Ratsmitgliedern die Besonderheiten der IGS nahegebracht. So sind die Schülerinnen  und Schüler in so genannten „Clustern“ untergebracht. Ein Cluster umfasst die 6 Klassen eines Jahrgangs und hat einen eigenen großzügigen Aufenthaltsbereich mit Arbeitsplätzen. Dort bleiben die Schülerinnen und Schüler sechs Jahre lang. Auch die Lehrer dieses Clusters haben ihr Lehrerzimmer direkt vor Ort bei ihren Schülerinnen und Schülern.

 

In allen Klassenräumen stehen Gruppentische, so dass die Schülerinnen und Schüler in Tischgruppen gemeinsam lernen können.. Das Prinzip des gemeinsamen Lernens wird durch aufsuchende Elternarbeit, organisiert über die Tischgruppen, ergänzt.

 

Auch im Bereich Ernährung wird einiges getan: Durch eine gesicherte breite Teilnahme am Essen ist es der IGS möglich, die Mensa selbst zu betreiben und statt „Auftauessen“ verschiedene gesunde Speisen wie Eintöpfe oder Gerichte mit frischem Gemüse anzubieten. Ebenso gibt es stets ein Salat- und ein Nudelbuffet, ein Nachtischangebot und frisches Obst.

 

Die Mitglieder der SPD-Fraktion zeigten sich von dem Konzept der IGS sowie vor allem von dem gezeigten Engagement von Schulleitung, Lehrer- und Elternvertretern beeindruckt und sagten weiterhin ihre politische Unterstützung für dieses Schulkonzept zu.

 

In Einklang mit den Vorstellungen der IGS-Vertreter hat die SPD-Ratsfraktion gemeinsam mit den Grünen zur Ratssitzung am 18. März eine Resolution „An Gesamtschulen das Abitur in 13 Jahren belassen“ auf den Weg gebracht.



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