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Antrag aller Fraktionen zur Sitzung des Ausschusses
für Kultur und Wissenschaft der Stadt Göttingen
am 23. Februar 2006
Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft möge dem Rat zum Beschluss empfehlen:
Die Verwaltung wird beauftragt, im Gedenken an Dietrich Bonhoeffer eine Gedenktafel am Haus, Herzberger Landstraße 55 (ehemalige Haus der Familie Leibholz) anzubringen.
Begründung:
Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren, er wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg von den Nazis hingerichtet. Er war evangelisch-lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Dietrich Bonhoeffer hat in Göttingen in der Herzberger Landstraße eine Zeit lang gelebt und in diesem Lebensabschnitt seine Schrift „Gemeinsames Leben“ verfasst.
Am 4. Februar wäre Dietrich Bonhoeffer 100 Jahre alt geworden. Er übernahm im Dritten Reich das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde. Diese widersetzte sich den nationalsozialistischen Bestrebungen innerhalb der Evangelischen Kirche. Durch seinen Schwager Hans von Dohnanyi kam Bonhoeffer als Verbindungsmann ins Amt für Spionageabwehr. Statt zur Spionageabwehr setzte Bonhoeffer seine Auslandskontakte jedoch zum Widerstand gegen das Nazi-Regime ein. Am 5. April 1943 verhaftete die Gestapo Bonhoeffer, zwei Jahre später wurde er im Konzentrationslager Flossenbürg in der Oberpfalz erhängt.
Die Stadt würdigt den christlichen Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer zu dessen 100. Geburtstag mit einer Gedenktafel.
