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Göttinger Bündnis für Familien


Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:

 

1. Göttingen beteiligt sich mit einem „Göttinger Bündnis für Familien“ an der bundesweiten Initiative „Lokale Bündnisse für Familien“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

2. Die Verwaltung wird beauftragt, eine öffentlichkeitswirksame Kampagne zur Aktivierung des Göttinger Familienbündnisses ab Herbst 2004 zu entwickeln. Dabei sind die Beratungsangebote aus dem BMFSFJ und dem Servicebüro der Initiative zu nutzen.

 

3. Inhaltlicher Schwerpunkt der Kampagne ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bereits existierende Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Kinderbetreuung, sind aufzunehmen und fortzuentwickeln.

 

4. Für das Bündnis sollen Betreuungseinrichtungen, Schulen, Elterninitiativen, Parteien, Sportvereine, Verbände, Kirchen, Unternehmen, Gewerkschaften und weitere gesellschaftliche Akteure gewonnen werden.

 

Begründung:

Im Dezember 2003 hat das BMFSFJ die bundesweite Initiative „Lokale Bündnisse für Familien„ ins Leben gerufen. Auf diesem Wege sollen Beispiele erfolgreicher Familienpolitik in Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, zur Nachahmung empfohlen und zur Entwicklung eigener Ansätze angeregt werden. Nähere Informationen zu dieser Initiative finden sich im Internet unter www.lokale-buendnisse-fuer-familien.de.

 

Der inhaltliche Schwerpunkt der Kampagne, familienfreundliche Städte und Gemeinden zu schaffen, folgt auch gesellschaftspolitischen Notwendigkeiten. Angesichts der demografischen Entwicklung werden lokale Bündnisse für Familien ein Instrument sein, um dem demografischen Wandel begegnen. Göttingen ist dabei in der Verantwortung, mit einem „Göttinger Bündnis für Familien“ ein Signal für Südniedersachsen zu setzen.

 

Anlage:

Beispiele für „Lokale Bündnisse für Familien“

 

Das Nürnberger Bündnis für Familie hat zu Beginn mehrere Handlungsfelder definiert. Diese sind Aktionsschwerpunkte für die Erarbeitung und Umsetzung von Familienfreundlichkeit.

 

Zum Thema:

 

1. "Familie und Zivilgesellschaft"

2004 wurde ein Wettbewerb ins Leben gerufen, der durch einen Runden Tisch, eine Umfrage zum sozialen Engagement Nürnberger Unternehmen und andere Projekte ergänzt wird.

 

2. "Familienförderung" wurde unter anderem eine Internetpräsentation Nürnberger Kindertagesstätten entwickelt, ein Projekt zur Öffnung von Kindertagesstätten für Familien und freiwillig Engagierte angestoßen und eine Broschüre zur Situation von Familien in Nürnberg erstellt.

 

3. "Erziehung" steht die Förderung der Erziehungskompetenz auf Seiten der Bildungsträger und auf Seiten der Eltern sowie die Schaffung eines guten Erziehungsklimas im Vordergrund.

 

4. "Familie und Arbeitswelt" wird auf eine Besserung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine familienfreundliche Verwaltung hingearbeitet.

 

5. "Lebensraum Stadt" soll über eine adäquate Stadtentwicklung und Verkehrsplanung, ein attraktives Wohnumfeld gestaltet werden.

 

6. "Bildung und Kultur" soll eine stärkere Partizipation von Eltern und Kindern an den entsprechenden Angeboten erreicht werden.

 

Das Nürnberger Bündnis setzt darauf, jeweils die Partner zu vernetzen, die zu einem Handlungsfeld beitragen können: Das kann sich in einem Fall auf Lehrerschaft, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern beschränken, in einem anderen Fall Unternehmen, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Verbände und Stiftungen zusammenführen. Dabei wird kein Unterschied zwischen Größe und Organisation der einzelnen Bündnispartner gemacht: Nachbarschaften können sich ebenso in einem Bündnis engagieren wie Schulen, Unternehmen, Verbände oder Ämter. Es gilt das Prinzip des freiwilligen Engagements und der gemeinsamen Hilfe zur Selbsthilfe, wobei gerade der Beteiligung unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure, aber auch der Familien selbst, eine Schlüsselrolle zukommt.

 

In Ostfriesland wird Familienförderung mit Wirtschaftsförderung gleichgesetzt.

Dieser Formel folgend, haben in Ostfriesland die Landkreise Leer, Aurich und die Stadt Emden gemeinsam mit 120 kleinen und mittelständischen Unternehmen ein kommunen- und betriebsübergreifendes Bündnis umgesetzt. Die Initiative besteht aus zwei Bausteinen: Eine überbetriebliche Verbindung von Firmen fördert die Berufstätigkeit und Qualifizierung von Frauen mit Kindern durch gezielte Beratung, Profilierung von Kompetenzen und Schulungen. Ergänzt wird der Verbund durch einen Familienservice, der Familien und Firmen qualifizierte Kinderbetreuung vermittelt.

 

Familienservice für flexible Kinderbetreuung.

In Jena wurde der Familienservice für flexible Kinderbetreuung ins Leben gerufen. Das Angebot reicht von der Kinderbetreuung außerhalb der Kita-Öffnungszeiten über einen Mini-Kindergarten, wo Kleinkinder von 7 Monaten bis 2,5 Jahren betreut werden, bis hin zur Betreuung von Kindern, deren Eltern sich in Not- oder Krisensituationen befinden.

Inhalt entnommen der Homepage: www.lokale-buendnisse-fuer-familien.de .

 

 



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