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Verantwortung für die Innenstadt




Thomas Dienberg (rechts) erläutert die Planungen. Auf dem Podium: Tom Wedrins.


Wolfgang Meyer wirbt für die erreichten Erfolge.


Großes Publikumsinteresse am "Stadtgespräch" der SPD-Ratsfraktion.

Volles Haus beim Stadtgespräch der SPD-Ratsfraktion über das Einzelhandelskonzept der Stadt. Engagiert diskutierten die 50 Teilnehmer mit Fraktionschef Tom Wedrins und Stadtbaurat Thomas Dienberg über das vorliegende Konzept und dessen Umsetzung.

 

Klar gibt es Belastungen, sogar Bedrohungen für den Innenstadthandel, aber auch in manchen Ortsteilen kann von einer langfristig gesicherten Nahversorgung nicht ausgegangen werden. Im Internet werden wachsende Umsätze erzielt, die dem örtlichen Einzelhandel verloren gehen. Die Ansprüche und Gewohnheiten der Kunden verändern sich ebenso wie die Eigentümerstrukturen – weg vom örtlichen Hausbesitzer mit lokaler Einbindung hin zum großräumig planenden Fonds, um nur ein Beispiel zu nennen. Die „Göttinger Liste“ mit Sortimenten, die nur in der Innenstadt zulässig sein sollen, diene nicht der Planwirtschaft, sondern als Grundlinie und Rahmen für die zukünftige Entwicklung, betonte Dienberg. Zahlreiche Diskussionsteilnehmer wiesen auf den Druck hin, der von Discounter-Ketten mit großem Non-Food-Bereich ausgeht. Dietmar Graf: „Die können mit ihren großen Verfügungsflächen ganze Branchen wie die Spielwaren kaputt machen.“ Christian Glantz: „Wenn der Fernseher kaputt ist, kauft sich der schnelle Kunde bei Aldi einen neuen.“

 

Doch es gibt Entwicklungsperspektiven, die durch das Einzelhandelskonzept abgesichert werden. „Die Stärken der Stadt halten und ausbauen“, das ist das Ziel von Stadtbaurat Dienberg, der die Weender Straße und die Seitenstraßen ebenso als Einheit sieht wie die Innenstadt und die anderen Stadt- und Ortsteile. Eine Reihe von Gewerbetreibenden wies darauf hin, wie durch eine Angebotsvielfalt der gesunde Wettbewerb gefördert werden kann. Fritz Helten: „Wettbewerb gibt die Gelegenheit, das eigene Profil zu schärfen.“ Holger Henschel warnte vor einem gleichförmigen Angebot und riet dazu, das Sortiment zu emotionalisieren: „Riechen – schmecken – da sein.“ Auch wurde in Diskussionsbeiträgen der Hinweis darauf gegeben, wie wichtig zeitgemäße Spielgeräte für die Aufenthaltsqualität in einer kinder- und familiengerechten Innenstadt sind. Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung des Bauauschusses am folgenden Tag.

 

Rechts- und Umweltdezernent Wolfgang Meyer warb für eine optimistische Betrachtung. In Hinblick auf die Erreichbarkeit der Innenstadt verwies er auf die zusätzlich bereit gestellten Parkplätze und die kostenlosen Shuttlebusse an den Advents-Einkaufssamstagen. Meyer: "Das ist doch schon mal was!" Eine intensive Diskussion entstand zu der Frage, ob an der Siekhöhe ein neuer Baumarkt ausgewiesen werden soll. Auch die Überarbeitung des Innenstadtleitbildes sowie die Entwicklung des Nikolaiviertels und des Stadtbadareals fanden die Aufmerksamkeit der Stadtgesprächsteilnehmer. Auf die Frage nach der Verbindlichkeit des Einzelhandelskonzeptes antwortete Tom Wedrins: „Das ist eine Selbstverpflichtung des Rates.“ Ein dominierendes Einkaufszentrum auf dem Stadtbadareal schloss er auf Nachfrage deutlich aus.

 

23. November 2005



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