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Kitas zu Familienzentren ausbauen


Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, welche Kindertagesstätten in Göttingen zu Familienzentren ausgebaut werden können.
Bei der Prüfung sind städtische KiTas und KiTas freier Träger gleichermaßen zu berücksichtigen.

 

Begründung

Eine der zentralen familienpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre ist die Verbesserung der sozialen Infrastruktur für Familien im Gemeinwesen, denn ohne Familie ist auch in einer Stadt wie Göttingen „kein Staat zu machen“. Diese Einsicht ist nicht allein der absehbaren demografischen Entwicklung geschuldet, sondern auch dem sozialen Wandel, dem unsere Gesellschaft unterworfen ist: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, beruflich bedingte Flexibilisierung, prekäre Arbeitsverhältnisse, Kinder als Armutsrisiko, Migrationserfahrungen von Familien, Wertepluralisierung in Erziehungsfragen. Darüber hinaus zeigen spektakuläre Fälle von Kindesvernachlässigung einen Bedarf an dauerhaften, präventiven Unterstützungsangeboten zumindest für einen Teil der Eltern und Familien an.

Seit ca. 10 Jahren entwickelt sich im Praxisfeld KiTa eine Bewegung hin zu einem breiten Spektrum innovativer Einrichtungsformen, die auf veränderten Anforderungen in den Familien reagieren will. Ausgehend von den sehr unterschiedlichen Lebenslagen von Eltern und Familien kann es sehr verschiedene Modelle von Familienzentren geben. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie grundsätzlich als Angebot für alle Familien gedacht sind, in denen bedarfsgerechte, integrierte Angebote zur Förderung der Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder und zur Unterstützung von Familien in Kooperation mit Angeboten und Aktivitäten anderer Institutionen im jeweiligen Sozialraum entwickelt werden. Entscheidende qualitative Elemente sind u.a.: Familienbildung, Familienberatung, Vermittlung zusätzlicher Betreuungsangebote, Sprach- und Integrationskurse für MigrantInnen, Arbeitsmarkt vermittelnde Angebote.

Inzwischen gibt es in mehreren Bundesländern weitreichende politische Beschlüsse, diese Vorhaben umzusetzen. Am weitesten geht dabei NRW, wo bis 2013 30% aller KiTas (3.000) in Familienzentren umgewandelt werden sollen; es wurde sogar ein eigenes Gütesiegel für die Einhaltung der Vorgaben entwickelt.

Für eine Umsetzung des Antrages sind von der Verwaltung folgende Fragen zu prüfen: wo gibt es einen Bedarf für ein Familienzentrum? Gibt es Träger von KiTas, die die Entwicklung von Familienzentren unterstützen und bereit sind, kooperative Netzwerke mitzugestalten? Welche Ressourcen sind für die Einrichtung von Familienzentren notwendig (Räume und Personal)? Wie lassen sich die Ergebnisse und Erfahrungen des Ausbaus zu Familienzentren in die kommunale Jugendhilfeplanung einbeziehen?

 

Antrag wurde einstimmig beschlossen. Bericht erfolgt im Jugendhilfeausschuss.



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