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Ehrung für mutigen Einsatz in der NS-Zeit


Der Kulturausschuss möge dem Rat zum Beschluss empfehlen:

 

Die Stadt Göttingen bringt an den Wohnhäusern von Meta Kamp-Steinmann und Hedwig Gehrke eine Gedenktafel an.

  

Begründung

 

Die beiden Göttingerinnen Meta Kamp-Steinmann und Hedwig Gehrke sind posthum vom Staat Israel mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Ihre Namen finden sich nun im Garten der Gerechten in Yad Vashem. Dieser höchste Ehrentitel Israels für Nichtjuden wird an jene verliehen, die sich während der Zeit des Holocausts unter Einsatz ihres eigenen Lebens für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt haben.

 

 

Meta Steinmann verh. Kamp geb. Wahle und Hedwig Gehrke geb. Döge standen während der NS-Zeit in Beziehung zum „Bund“. Dabei handelte es sich um einen nach dem Ersten Weltkrieg in Essen aus der Volkshochschulbewegung hervorgegangenen Zusammenschluss, dessen Mitglieder die Ethik Immanuel Kants mit marxistischem Gedankengut zu verbinden suchten und daraus politisches und gesellschaftliches Engagement entwickelten. Von Göttingen aus stellte Hedwig Gehrke, die sich oft in Essen aufhielt, die Verbindung zum Bund her.

 

 

Durch die Nationalsozialisten verboten, galt die Arbeit des Bundes nach 1933 der Aufklärung über den unmenschlichen Charakter des NS-Regimes. Insbesondere hielten die Mitglieder untereinander Kontakt und halfen anderen Verfolgten bei der Flucht, indem die Flüchtlinge von Station zu Station weitergereicht wurden. Auf diese Weise gelang es auch Marianne Strauß verh. Ellenbogen, 1923 in Essen als Kind jüdischer Eltern geboren, den Nazis zu entkommen. Kurz nach dem Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 gelangte sie auf ihrer Flucht nach Göttingen und wurde zunächst von Hedwig Gehrke in ihrer Wohnung versteckt. Als es dort zu gefährlich wurde, nahm Meta Kamp-Steinmann sie auf, bis Marianne Strauß Göttingen am 26. August 1944 wieder verließ.

 

 

Nicht zuletzt aufgrund des mutigen Einsatzes von Hedwig Gehrke und Meta Kamp-Steinmann überlebte Marianne Strauß den Völkermord. Ihr Schicksal wurde von Mark Rosemann eindrucksvoll beschrieben: In einem unbewachten Augenblick. Eine Frau überlebt im Untergrund, Berlin 2002. Hedwig Gehrke und Meta Kamp-Steinmann haben unter Einsatz ihres Lebens den Drohungen des unmenschlichen nationalsozialistischen Regimes widerstanden und damit ein eindrucksvolles Zeichen von Mut und Menschlichkeit gesetzt.



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