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"Die Verwaltung wird beauftragt aus Anlass seines 80. Todestags eine Gedenktafel für Julius Hatschek am Haus Planckstr. 8 anzubringen."

Begründung:

Julius Hatschek wurde 1872 in Czernowitz (Österreich-Ungarn) geboren. Nach dem Studium in Leipzig, Czernowitz, Wien und Heidelberg und erfolgreicher Promotion habilitierte er sich bei Georg Jellinek mit einer Schrift über "Die Selbstverwaltung in politischer und juristischer Bedeutung".

Julius Hatschek verstarb im Juni 1926 in Göttingen. Hatschek war seit 1909 zunächst als außerordentlicher Professor und ab 1921 als Ordinarius für Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht an der Georg-August-Universität in Göttingen tätig. Hatschek konzentrierte sich zunächst auf rechtsvergleichende Arbeiten im Bereich des Parlamentsrechts und widmete sich dem Völkerrecht. Seine 1905/06 erschienene Arbeit über das "Englische Staatsrecht" beeindruckte die damalige Fachöffentlichkeit. Er entwickelte sich zum profundesten deutschen Kenner des Staatsrechts im englischsprachigen Raum. Seine besondere Bedeutung erlangte Hatschek als Parlamentsrechtler. Sein 1915 erschienenes Werk "Parlamentsrecht" wird zu den Klassikertexten gerechnet. Ausgehend von einer Studie für den Reichstag entwickelte Hatschek ein grundlegendes Werk, welches auch wichtige Impulse für die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland geliefert hat. Seine fortlaufende, immense Publikationstätigkeit wurde viel gerühmt. Indes konnte er sein Werk nie wirklich vollenden. Seine Arbeit über das Wahlrecht im Kaiserreich erschien wegen des Ersten Weltkriegs und wegen Probleme mit dem Verlag erst 1920, als es bedingt durch die Revolution 1918 bereits hinfällig geworden war. Die Fortführung des Werks gestaltete sich aus verschiedenen Gründen schwierig. Arbeiten über das preußische Staatsrecht und Fragmente in Archiven lassen erkennen, wie die weiteren Bände des "Parlamentsrechts" ausgesehen hätten, wenn nicht sein früher Tod diesen Arbeiten ein Ende gesetzt hätte.

Hatschek wohnte zunächst in der Hansenstr. 4 und verzog schließlich in die Planckstraße 8. Der genaue Zeitpunkt seines Umzugs in die Planckstr. lässt sich nach den Angaben des Stadtarchivs nicht ermitteln, eventuell lässt sich dies über eine Anfrage beim Universitätsarchiv ermitteln.

Hatscheks wissenschaftliche Leistungen und seine Verdienste um den Parlamentarismus rechtfertigen die Ehrung durch eine Gedenktafel.

Eine eingehende Würdigung des Werkes Hatscheks findet sich in der Zeitschrift für Parlamentsfragen 3/2005, S. 554-562.

 



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