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Göttinger Schulstandorte längerfristig planen!




Aufatmen bei Eltern, Schülern, Lehrern und in der SPD-Ratsfraktion: Die Käthe-Kollwitz-Schule in Geismar wird doch nicht zum nächsten Schuljahr geschlossen. Die vom Bildungsdezernenten Ludwig Hecke urplötzlich ins Spiel gebrachte Schließung der Schule ist vorerst vom Tisch. Mit dem Beschluss des Schulausschusses, der eine ursprüngliche Verwaltungsinitiative in wesentlichen Teilen korrigiert, ist die entstandene Verunsicherung hoffentlich etwas abgemildert. Wichtigster Punkt: Für Grone wird eine kleine IGS beantragt.

 

„Schade, dass auch wir als Ratsmitglieder vieles nur aus der Zeitung erfahren haben“, kritisiert Werner Seiler die Schulverwaltung, die offenbar gerne im stillen Kämmerlein arbeite. Grundsätzlich sind die Sozialdemokraten zwar davon überzeugt, dass die Hauptschule nicht mehr in das heutige Bildungssystem passt und deshalb ersetzt werden muss, aber es dürfe auf keinen Fall der Eindruck entstehen, hier werde keine gute Arbeit für die Schülerinnen und Schüler geleistet, kritisieren die Sozialdemokraten den hektischen Entscheidungsprozess der Stadtverwaltung. Die Verwaltung plante die Zusammenlegung dieser Hauptschule mit der Heinrich-Heine-Hauptschule in Grone. Das hätte lange Fahrtzeiten für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet, zudem könnte so aus dem Groner Standort niemals die Entwicklung für eine Gesamtschule beginnen, denn das Niedersächsische Schulgesetz zwingt die Stadt Göttingen, mindestens eine Hauptschule vorzuhalten.

 

Die erst vor kurzer Zeit als Ganztagsschule ausgebaute Schule in Grone biete aber gute Voraussetzungen, eine kleine Integrierte Gesamtschule (IGS) zu entwickeln. „Gesamtschulen entsprechen dem Elternwillen und ermöglichen Bildungsaufstiege. Das ist unser Ziel, denn immer noch entscheidet die soziale Herkunft viel zu sehr über den Schulabschluss. Das Groner Projekt grenzt sich auch klar gegen die neue Gesamtschule Bovenden ab“, betonte Schulausschuss-Mitglied Fritz-W. Neumann. „Auch die städtische Schulverwaltung hatte Mühe, sich zu bewegen. Nach einigen öffentlichen Diskussionen teilt sie aber die SPD-Position, eine Gesamtschule zu beantragen und die Hauptschulen deshalb noch nicht zu schließen“, zeigt sich die Fraktion letztlich zufrieden.

 

Auch die beiden Göttinger Realschulen sollen nach dem Vorschlag der städtischen Schulverwaltung zusammen gelegt werden. Die Fraktion befürwortet auf Grund der deutlich rückläufigen Anmeldezahlen grundsätzlich. Hierfür habe man in Weende ein Schulgebäude, das mit Geld aus dem Bundesprogramm zur Ganztagsschule ausgebaut wurde und in dem die Personn-Realschule untergebracht ist. Zusammen mit der Voigt-Realschule, deren jetziger Standort am Rande der Innenstadt äußerst begrenzt ist, könne eine herausragende Ganztagsrealschule entstehen, die Kinder sowohl auf die berufliche Ausbildung wie auch auf weitere und höhere Abschlüsse vorbereite. „Dazu bringt die Personn-Realschule eine Menge Erfahrung im Ganztagsbereich, aber auch in der Pädagogik mit Kindern aus eher problematischen Elternhäusern ein“, erklärt Ratsherr Werner Seiler.

 

So entstehe eine Realschule für ein breites gesellschaftliches Spektrum, in der Kinder aus den verschiedensten sozialen Ursprüngen gemeinsam lernen können: „Wir wollen aber, dass beide Schulen auf Augenhöhe zusammenwachsen, denn nur so können beide ihre Stärken einbringen und zur Zukunftssicherung beitragen“, meint die SPD-Fraktion. Nicht akzeptabel sei auch die Position der Schulverwaltung, dem Druck seitens der „Voigt-Lobby“ nachzugeben und die Zusammenlegung so vorzunehmen, dass die bisher sehr gute personelle und finanzielle Ausstattung des Ganztagsbetriebs der Personn-Realschule kompromisslos dem Namen „Voigt-Realschule“ geopfert wird. Das ist für die SPD nicht zu machen. Um die Verwerfungen einer Schulpolitik der Einzelentscheidungen zukünftig zu vermeiden, hat die SPD-Fraktion inzwischen beantragt, die Schulentwicklungsplanung zusammen mit dem Landkreis neu aufzunehmen: „Da muss endlich eine Linie rein, hier aber blockiert noch der Landkreis. Eltern interessieren sich aber nicht für kommunale Grenzen, sondern wollen gute Schulen.“



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