|  | Stadtradio Interview mit Tom Wedrins am 26. Juli 2007 |
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Frage: In den letzten Tagen ist das Gerücht aufgekommen, IKEA wolle sein Engagement in Göttingen aufgeben, obwohl das Unternehmen selbst das – zumindest öffentlich – dementiert. Wo kommt das Gerücht denn her und was ist Ihrer Meinung nach dran?
Wedrins: Gerüchte gibt es ja zuhauf in den Nachrichten armen Zeiten, wie z.B. in der Sommerpause. Eine andere Erklärung habe ich auch nicht. IKEA selbst hat dann ja Beginn der Woche bestätigt, dass an den Gerüchten nichts dran ist, das Interesse ist nach wie vor groß und dabei bleibt es. Für Göttingen ist die Riesen-Chance also greifbar, es geht um eine Investition in Höhe von 45 Millionen Euro, allein 400 Vollzeitarbeitsplätze sollen direkt entstehen.
Frage: Wenn überhaupt, sagt IKEA, könne sich ihr Engagement verzögern wegen eines Gutachtens zum Göttinger Einzelhandel, das man erst noch abwarten müsse. Was soll in diesem Gutachten genau drinstehen und wann wird es erstellt?
Wedrins: Das Gutachten brauchen wir allein schon deshalb, um alle Planungsverfahren in Gang setzen zu können. Diese können ein bis zwei Jahre dauern. Deshalb ist es auch so wichtig, dies jetzt schnell in Auftrag zu geben, damit wir keine Zeit verlieren. Für IKEA ist das dann ein wichtiges positives Signal der Stadt Göttingen, wir wollen keine Zeit unnötig verlieren. Wir sollten als Stadt alles vorbereitet haben. Das Gutachten selbst wird sich natürlich auch mit Kaufkraftströmen und der Innenstadt befassen. Für uns ist aber dabei auch entscheidend: Welche Chancen ermöglicht IKEA für die Stadt Göttingen und die Innenstadt?
Ein Pluspunkt sind 400 neue Arbeitsplätze.
Frage: Der CDU-Fraktion im Rat werfen Sie in Bezug auf IKEA einen Wackelkurs vor - aber ist es denn nicht richtig, sich erst dann endgültig zu entscheiden, wenn das Gutachten einen Schaden für die Innenstadt ausschließt?
Wedrins: Investoren wie IKEA brauchen klare Signale, ein derartiger langer Planungsprozess ist mit einem Wackel-Rat für die nicht Erfolg versprechend. Ich appelliere deshalb an die CDU, sich deutlicher zu positionieren, damit wir für Göttingen gemeinsam etwas erreichen.
IKEA wird, das wird das Gutachten bestätigen, zusätzlich Menschen und Kaufkraft nach Göttingen locken und Arbeitsplätze schaffen. Deshalb sollten wir positiv diskutieren: Wie kann es uns gelingen, die, die noch dazu kommen, in die Innenstadt zu bekommen? Hier liegt die Chance für den Einzelhandel, nicht aber darin, Veränderungen abzulehnen.
Frage: Die SPD fordert: IKEA soll kommen! Was sollen Rat und Verwaltung jetzt tun, um das sicherzustellen?
Wedrins: Erstens das Gutachten in Auftrag geben, zweitens die Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen, die in der Mehrheit IKEA begrüßen und drittens: nicht wieder die Göttinger Krankheit ausbrechen lassen und alles kaputt und schlecht diskutieren.
Frage: IKEA selbst spricht von einer Eröffnung im Jahr 2010. Wie lange wird es ihrer Meinung nach noch dauern?
Wedrins: 2010 ist ein gutes Planungsziel, dazu müssen aber alle in der Politik mitziehen!
Interviewer: Jan Langehein
