SPD-Stadtratsfraktion Göttingen
Seitentitel:Im Portrait: Fritz-W. Neumann
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Die lokalen Wurzeln




Professor Fritz-Wilhelm Neumann gehört der SPD bereits seit 1969 an. Er wohnt seit 1979 in Elliehausen und absolvierte eine umfassende akademische Karriere. Jetzt zieht sich der Geisteswissenschaftler weitgehend aus der Hochschulpolitik zurück und widmet sich als Ortsbürgermeister von Elliehausen und Esebeck sowie als Mitglied des Stadtrates wieder verstärkt lokalen Themen.

 

Mit Sorgenfalten auf der Stirn fasst er seine Beobachtungen zur Stadt Göttingen und ihrem größten Arbeitgeber, der Universität, zusammen: „Göttingen ist Uni, die Stadt die Wissen schafft, und sie muss sich unter schwierigen Bedingungen behaupten, obwohl schon die zurück liegenden Jahre einen erheblichen Substanzverlust mit sich gebracht haben.“ Nicht ohne Kritik beschreibt er die neuen Strukturen der geisteswissenschaftlichen Studiengänge, die sich, von Unternehmensberatungen getrieben, in einer Situation des Übergangs befinden.

 

Neumann, noch Senatsmitglied der Universität Erfurt, erinnert sich mit Grauen an eine große Konferenz in Berlin, auf der angesehene Redner der Initiative „Pro Geisteswissenschaften“ mit eleganten wie gelehrten Worten sozusagen den ideologischen Überbau mitgeben wollten „und dabei leider die Uhren um 120 Jahre zurück stellten“.

 

Die Wiederauferstehung des alten Preußens im „Bologna“-Prozess beantwortet Neumann auf seine Weise: Er wendet sich den lokalen Themen zu und pflegt im eigenen SPD-Ortsverein die traditionellen Wurzeln der Partei, die er vorrangig darin sieht, sich für die Belange der Menschen vor Ort einzusetzen.

 

Die bessere Vermarktung und die Überwindung alter Planungsfehler des Elliehäuser Baugebietes, die Pflege der vitalen Vereinsgemeinschaft in den beiden Ortsteilen und den Erhalt der Infrastruktur mit Schule, Kitas, Handwerksbetrieben, Gärtnereien und Geschäften stehen für Neumann zusammen mit der IKEA-Ansiedlung ganz oben auf der Tagesordnung. Das Möbelhaus an der Hermann-Kolbe-Straße werde erheblichen Schleichverkehr auf der Achse Adelebsen-Esebeck-Elliehausen auslösen, befürchtet der Sozialdemokrat.

 

Weit weg vom alten Preußen und dem „Nebel der Geisteswissenschaften“ wird er sich für Lösungen einsetzen, die im Alltag wirklich ankommen.