
Volles Haus beim Stadtgespräch der SPD-Ratsfraktion zum Einzelhandelskonzept der Stadt. Engagiert diskutierten die 50 Teilnehmer im Apex über die Verwaltungsvorlage und deren Umsetzung.
Selbstverständlich gibt es Belastungen, sogar Bedrohungen für den Innenstadthandel, und in manchen Ortsteilen kann von einer langfristig gesicherten Nahversorgung leider nicht ausgegangen werden. Die Ansprüche und Gewohnheiten der Kunden verändern sich ebenso wie die Eigentümerstrukturen – weg vom örtlichen Hausbesitzer mit lokaler Einbindung hin zum großräumig planenden Fonds, wie es aktuell beim Nikolai-Viertel zu Tage tritt. Die „Göttinger Liste“ mit Sortimenten, die nur in der Innenstadt zulässig sein sollen, sei keine Planwirtschaft, sondern eine Grundlinie und Rahmen für die zukünftige Entwicklung, betonte Stadtbaurat Thomas Dienberg. Einige Diskussionsteilnehmer wiesen auf den Druck hin, der von Discounter-Ketten mit großen Non-Food-Bereichen ausgeht.
Doch es gibt Entwicklungsperspektiven, die durch das Einzelhandelskonzept abgesichert werden. „Die Stärken der Stadt halten und ausbauen“, das ist das Ziel des Stadtbaurats, der die Weender Straße und die Seitenstraßen ebenso als Einheit sieht wie die anderen Stadt- und Ortsteile. Eine Reihe von Gewerbetreibenden wies darauf hin, wie durch eine Angebotsvielfalt der gesunde Wettbewerb gefördert werden kann: „Wettbewerb gibt die Gelegenheit, das eigene Profil zu schärfen“, hieß es. Und es kam der Rat, das Sortiment zu emotionalisieren: „Riechen – schmecken – da sein.“
Fraktionschef Tom Wedrins unterstrich die SPD-Forderung, das Innenstadt-Leitbild von 1988 zu aktualisieren. „Wir brauchen einen roten Faden, um das Stadtbild zu erhalten, Kultur und Gewerbe zu fördern und die Innenstadt als Wohnquartier zu stärken“, ist sich Wedrins sicher. Für erweitertes Anwohnerparken müsse eine Lösung her. Einen großen „Einkaufstempel“ auf dem Stadtbad-Areal schloss er ausdrücklich aus.

