|  | Standortsicherung des IWF in Göttingen |
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Dringlichkeitsantrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Gö-Linke
Der Rat möge beschließen
Die Niedersächsische Landesregierung wird von der Stadt Göttingen aufgefordert, eine Standort sichernde Lösung für die Zukunft des „Institut für den Wissenschaftlichen Film“ IWF zu finden, um die Arbeitsplätze in Göttingen zu erhalten.
Begründung
Das IWF wurde 1977 in die so genannte „Blaue Liste“ aufgenommen und als überregional bedeutsame Einrichtung gemeinsam von Bund und Ländern gefördert. Nach der im letzten Jahr getroffenen Entscheidung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wird die gemeinsame Förderung eingestellt, so dass die weitere Zukunft des IWF ungewiss ist. Zurzeit wird ein Konzept erarbeitet, wie die IWF weitergeführt werden soll. Gegenwärtig werden vom zuständigen Ministerium zwei Optionen geprüft: die Angliederung der IWF an die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover und die Angliederung an die SUB in Göttingen.
Vor fünf Jahren entstand aus dem „Institut für den Wissenschaftlichen Film“ (IWF) in Göttingen im Zuge eines vom Wissenschaftsrat angestoßenen Umstrukturierungsprozesses die „IWF Wissen und Medien“. Von 120 Planstellen blieben nur 56 erhalten. 38 Beschäftigte erhielten die Kündigung. Bis dahin produzierte das Institut wissenschaftliche Filme noch selber. Heute sammelt die IWF audiovisuelle Medien und bearbeitet sie für wissenschaftliche Zwecke, versieht sie mit Kommentaren und ergänzenden Informationen.
In ihrem Archiv lagern mehr als 8.000 wissenschaftliche Filme, die nach und nach digitalisiert und unter „www.iwf.de“ online gestellt werden. Im vergangenen Jahr wurden dort täglich 2.000 Besucher und 800 Downloads gezählt. Lehrende an Schulen und Universitäten können diese Medien in ihrem Unterricht einsetzen. Die Hochschulen in Niedersachsen und Hessen haben beispielsweise über eine „Campuslizenz“ unbeschränkten Zugriff auf die Bestände des Instituts.
Das IWF hat sich seit den 90-er Jahren von einem produktions- zu einem transferorientierten Mediendienstleister entwickelt. Es ist durch erhebliche Investitionen in eine moderne Infrastruktur und das Gebäude gut aufgestellt. Auch geht es darum, 56 qualifizierte Arbeitsplätze am Standort Göttingen zu erhalten.
Beschluss: einstimmig
