|  | Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs |
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„Familienpolitik kann im Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Ebenen als ein entscheidender Standortvorteil einer Region angesehen werden. Deshalb soll in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen ein Konzept für die Betreuung von Kindern junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelt werden. Dabei sollen strategische Ziele und Maßnahmen erarbeitet werden, die zur aktiven Förderung des akademischen Nachwuchses in unserer Stadt und zur verbesserten Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere, Beruf, Studium und Familie beitragen,“ erklärt die jugendpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Göttingen, Helmi Behbehani. Die SPD-Fraktion wird dazu einen Antrag in der Ratssitzung am 10. März stellen.
„Die negativen Folgen, die sich ergeben, wenn es an adäquaten Kinderbetreuungsplätzen speziell für den akademischen "Nachwuchs" fehlt, sind immens,“ ist sich Behbehani sicher. „Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben schon nach wenigen Monaten den Anschluss bei den naturwissenschaftlichen Fächern verloren, wenn sie eine Aus-Zeit für die Kinderbetreuung nehmen. Immer wieder müssen junge Frauen und Männer mit hoffnungsvollen Karrierechancen wegen Erziehungszeiten ihre wissenschaftliche Laufbahn abbrechen,“ so Behbehani.
Behbehani weiter: „Junge Nachwuchswissenschaftler und –wissenschaftlerinnen sollen zeitlich flexibel sein, von ihnen wird eine hohe Einsatzbereitschaft erwartet, auch abends oder am Wochenende -von regelmäßig zu besuchenden Kongressen und Tagungen ganz abgesehen. Deshalb reichen Betreuungsangebote werktags zu normalen Tageszeiten mit Schließzeiten in den Schulferien nicht aus. Vor allem die Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren stellt die jungen Mütter und Väter vor erhebliche Probleme.“
„Oft wohnen die jungen Akademikerinnen und Akademiker in den Umlandgemeinden für die die Stadt bei der Kinderbetreuung nicht zuständig ist. Deshalb soll nun gemeinsam mit der Universität und den Gemeinden, die häufig nur ein Vormittagsangebot bereithalten, ein entsprechendes Betreuungs- und -finanzierungskonzept erarbeitet werden“ erklärt Behbehani. Ähnlich wie bereits bei den Kinderkrippen der Max-Planck-Institute in Göttingen sollen Betreuungsplätze geschaffen werden, die den speziellen Bedürfnissen der Forschung entsprechen. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit der Universität dieses wichtige wissenschaftliche Potenzial zu erhalten, indem Kinderbetreuung mit entsprechend flexiblen Angeboten geschaffen werden. Eltern brauchen eine breite gesellschaftliche Unterstützung. Einen Teil davon muss die Stadt Göttingen übernehmen und bessere Rahmenbedingungen für Familien mit Kindern in Zusammenarbeit mit der Universität schaffen.
