|  | Verkehrssituation an der Wiesenstraße |
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Öffentliche Anfrage nach § 10 der Geschäftsordnung für den Rat, den Verwaltungsausschuss, die Ratsausschüsse, die Ausschüsse nach besonderen Rechtsvorschriften und die Ortsräte der Stadt Göttingen
Der Radweg im Rosdorfer Weg wird ca. 20m vor der Kreuzung Rosdorfer Weg / Brauweg / Wiesenstraße vom Bürgersteig auf die Straße geführt. Auf der Straße ist er jedoch kaum 1m breit und kann deshalb z.B. mit einem Kinderanhänger nicht benutzt werden. Der Radweg endet an der Kreuzung und wird in der Wiesenstraße und im Brauweg nicht weitergeführt. In der Wiesenstraße werden dann die Stadt einwärts fahrenden Radfahrer nach 20 bis 30 m, die sie mit den Autos auf der Straße fahren müssen, erneut auf den Bürgersteig geführt, der dann wieder ausreichend breit ist.
An der Kreuzung ereignete sich Ende August ein schwerer Unfall, bei dem eine Radfahrerin, die von der Leinebrücke kommend die Kreuzung Richtung Wiesenstraße überqueren wollte, von einem nach rechts abbiegenden LKW überrollt wurde.
Zunehmend erweist sich diese verengte Verkehrssituation als Gefahrenquelle für alle Verkehrsteilnehmer, da seit der Einrichtung eines Nahversorgers im Rosdorfer Weg der Verkehr zugenommen hat. Auch die zu erwartende Bebauung des Brauereigeländes wird diese in der Zukunft verstärken.
Wir fragen vor diesem Hintergrund die Verwaltung nach möglichen Veränderungen und bitten um Antwort:
1. Kann im Rosdorfer Weg vor der Kreuzung vor dem Hintergrund des aktuellen Verkehrsaufkommens die Linksabbiegerspur entfernt werden, um einen Radweg in angemessener Breite kennzeichnen zu können (die Linksabbiegespur ist ohnehin recht schmal und wird kaum genutzt, da dieser Teil nur bis zur Marienstraße befahrbar ist)?
2. Ist eine weiterführende Markierung über die Kreuzung hinaus in die Wiesenstraße möglich?
Welche Maßnahmen kann sich die Verwaltung zur Entschärfung der Konfliktsituation vorstellen?
Antwort der Verwaltung
Die Kreuzung Wiesenstraße/Rosdorfer Weg/Brauweg ist bislang kein Unfallschwerpunkt gewesen. Die Ursache des schweren Unfalls mit einer Radfahrerin vor einigen Wochen kann nach Auskunft der Polizei noch nicht abschließend beurteilt werden, da das Unfallopfer bislang noch nicht vernehmungsfähig war und auch die Zeugenaussagen keine eindeutigen Schlüsse ermöglichen. Die Radverkehrsführung an der Kreuzung ist zwar beengt, aber StVO-konform. Die Begrenzungslinie zwischen Radverkehrsfläche und Kfz-Fahrspur in der Zufahrt aus dem westlichen Rosdorfer Weg ist bewusst als unterbrochene Linie markiert, so dass z. B. Fahrradanhänger diese Linie auch überfahren dürfen.
Dies vorausgeschickt beantwortet die Verwaltung die Anfrage wie folgt:
Zu 1: Die Verwaltung wird Umgestaltungspotenziale für die Kreuzung überprüfen und darüber im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke berichten, weist aber – unabhängig von der Finanzierbarkeit – auf folgende Punkte hin:
· Der Straßenzug Rosdorfer Weg (West) – Wiesenstraße ist Bestandteil der Vorbehaltsnetzes und wichtige Verknüpfung von der L 573 aus Rosdorf zum Innenstadtring. Der Verzicht auf eine Linksabbiegespur könnte zu erheblichen Behinderungen im Verkehrsablauf führen.
· Die Erreichbarkeit der Fa. Mahr im Brauweg muss auch für LKW weiterhin uneingeschränkt gewährleistet sein. Hierzu bestehen auch vertragliche Verpflichtungen.
Zu 2: Dies wird im Rahmen der unter Punkt 1 zugesagten Prüfung untersucht.
Zu 3: Als kurzfristige Verbesserungsmaßnahme ist in der Mittleren Verkehrskommission (MVK) beschlossen worden, die Haltelinie für den aus Westen kommenden Kfz-Verkehr im Rosdorfer Weg soweit zurückzuverlegen, dass auf der parallelen Radverkehrsfläche wartende Radfahrer auch aus LKW besser gesehen werden können. Dazu ist eine Anpassung der Signalisierung erforderlich.
