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Ratsvorlage des OB große Enttäuschung


Göttingen. Die Fraktionen von SPD und Grünen im Rat der Stadt Göttingen bezeichnen die Beschlussvorlage der Verwaltung zum Zuschussvertrag der Jungen Theater Göttingen gGmbH als eine einzige Enttäuschung.

Der Rat hatte in der letzten Sitzung am 11. März 2005 die Verwaltung beauftragt, einen Zuwendungsvertrag mit dem JT vorzubereiten und dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. Differenzen gab es im Rat lediglich darüber, ob ein befristetet oder unbefristeter Vertrag abgeschlossen werden sollte. Nun enthält die Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters für die kommende Ratssitzung die Empfehlung den Zuschussvertrag überhaupt abzulehnen, im Hinblick auf die Haushaltsgenehmigungsverfügung 2005 der Landesregierung. Er konterkariert damit den mehrheitlichen Willen des Rates, dem Jungen Theater einen neuen Zuschussvertrag zu geben. "Diese Ratsvorlage lässt den einstimmigen Beschluss des Rates, das JT zu fördern, zu einer Farce werden," so Katharina Lankeit, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.

"Jeder der die letzten Monate verfolgt hat und das Engagement des Ensembles gesehen hat, kann über eine solche Ignoranz des Oberbürgermeisters nur den Kopf schütteln," ärgert sich Lankeit weiter.

Auch wenn die Genehmigungsverfügung des Innenministeriums den Hinweis enthält, es "sollten keine neuen länger - oder auch mittelfristigen Finanzzusagen gegeben werden," so erfordert dies nicht im vorauseilenden Gehorsam die Todeserklärung des Jungen Theaters. "Die Landesregierung weiß, dass ein Theater nur dann Perspektiven hat, erfolgreich zu arbeiten, wenn Planungssicherheit für länger als ein Jahr besteht," so die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion Dr. Dagmar Sakowsky. "Der Oberbürgermeister hat die erneute Diskussion im Rat über das Junge Theater zu verantworten. Sein Vorgehen ist ein durchsichtiges politisches Manöver auf Kosten einer erfolgreich arbeitenden Kultureinrichtung. Er setzt alles daran dem Jungen Theater zu schaden", entrüstet sich Sakowsky weiter.

"Das Junge Theater hat sich mit großen Mühen aber sehr erfolgreich, wie die Besucherzahlen belegen, von seinen finanziellen Schwierigkeiten erholt. Es hat eine Zukunft verdient," erklären Lankeit und Sakowsky gemeinsam. "Der Zuschussvertrag ist ein wichtiges Zeichen für die Mitarbeiter aber auch für die Öffentlichkeit um zu demonstrieren, wir als Politik stehen hinter der Arbeit des Jungen Theaters," so die beiden kulturpolitischen Sprecherinnen.

"Die kontinuierliche Förderung ist das Maß der Dinge, um die Zukunft des Theaters zu sichern. Diese Zukunft gefährdet der Oberbürgermeister und auch die CDU/FDP-Gruppe im Rat, wenn diese sich der Verwaltungsvorlage anschließen. Wir fordern die Verantwortlichen der CDU auf, den Kampf gegen das Junge Theater einzustellen und sich an den Erfolgen zu freuen," sind sich Lankeit und Sakowsky einig. "Ein solch einmaliges Theater in der Stadt zu haben, ist eine große Bereicherung und trägt ganz erheblich zum kulturellen Profil Göttingens bei. Das Konzept des Jungen Theaters ist für uns überzeugend und muss auf jeden fall durch einen Zuschussvertrag unterstützt werden," so Lankeit und Sakowsky abschließend.



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