
Ob als Zuhöhrerin im Konzert oder als Akteurin in der Kommunalpolitik – Inse Janssen-Oldigs mag eher die leisen Töne. Das „Konzert menschlicher Werte“ spielt für sie eine wichtige Rolle, schließlich stammt sie aus einer Familie, in der schon der Opa politisch aktiv war.
Der Werftarbeiter musste während der NS-Zeit seine Überzeugung verbergen. Deshalb konnte er sich nur im engen persönlichen Umfeld zu den sozialdemokratischen Werten bekennen. „Den Arm zum Hitlergruß hat er nie gehoben“, berichtet Janssen.
Sie selbst ist vor 25 Jahren in Reyershausen zur SPD gestoßen. Die Hausfrau mit zwei kleinen Kindern wollte über den Tellerrand schauen und sich an der Dorfpolitik beteiligen, nach einem Umzug entwickelte sie dann aber mangels persönlicher Kontakte eher nur sporadische Aktivitäten. Im Jahr 1999 – die beiden Söhne waren inzwischen groß – traf sie nach einem erneuten Umzug den ihr beruflich bekannten Uwe Friebe. Der Ortsvereinsvorsitzende motivierte die in kultur- und in sozialpolitischen Fragen besonders Interessierte, sich wieder verstärkt einzuschalten – und für den Stadtrat zu kandidieren.
Im Kulturausschuss setzt sie sich nun für den Erhalt des Jungen Theaters und von Treffpunkten wie dem Lumiere ein. Als GSO-Abonnentin weiß sie aber auch den Wert klassischer Musik zu schätzen. Janssen-Oldigs: „Die einzigartige Atmosphäre in unserer Stadt wird von solchen Einrichtungen geprägt. Die müssen wir trotz finanziell schwieriger Bedingungen erhalten.“ Nicht gut ist Janssen-Oldigs auf den Landkreis zu sprechen. Im Sozialausschuss der Stadt wurde immer wieder über angemessene Wohnungskosten für Arbeitslosengeldempfänger gesprochen, doch „die andere Seite der Reinhäuser Landstraße“ hätte mehr aus den Vorschriften machen müssen.
Nicht unzufrieden ist sie mit der Entwicklung in Grone, die sie als Mitglied des Unterausschusses „Soziale Stadt“ und aus dem beruflichen Umfeld her gut kennt. Viel ist entstanden, das den Zusammenhalt der hier lebenden Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft fördert. Nun wird das Nachbarschaftszentrum gebaut. Allerdings muss es erst noch mit Leben gefüllt werden. Janssen-Oldigs: „Gut wird es erst, wenn die Menschen diese Einrichtung richtig annehmen und somit neue persönliche Beziehungen knüpfen.“

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 Inse Janssen-Oldigs vor der Baustelle des Nachbarschaftszentrums Grone. Sie freut sich über das Projekt „Soziale Stadt“, mahnt aber auch eine ausreichende Personalausstattung an.
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