Öffentliche Anfrage nach § 10 der Geschäftsordnung für den Rat, den Verwaltungsausschuss, die Ratsausschüsse, die Ausschüsse nach besonderen Rechtsvorschriften und die Ortsräte der Stadt Göttingen
Der Ortsrat Geismar hat in seiner Sitzung am 26. März 2009 mehr Sicherheit für die genannte Kreuzung gefordert und zwar auf Grundlage eines entsprechenden Antrags der SPD-Ortsratsfraktion. Die Verwaltung wurde gebeten, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aufzuzeigen, insbesondere einen Ausbau der Kreuzung mit Vollsignalisierung zu prüfen.
Eine Antwort steht bislang aus.
Elternvertreter und die Schulen in Geismar zeigen sich seit dem tödlichen Unfall eines Schülers im Januar dieses Jahres besorgt und fordern endlich eine Lösung.
Die Kreuzung erweist sich, insbesondere während der Spitzenzeiten, als Nadelöhr.
Hier treffen drei Straßen aufeinander: Die stark befahrene Kiesseestraße, den zu Schulzeiten hoch frequentierten Schulweg sowie die Erschließungsstraße Pastor-Sander-Bogen für das inzwischen voll bebaute Kiessee-Carree.
Diesen Anforderungen ist die Kreuzung nicht gewachsen. Alle Verkehrsteilnehmer sind überfordert: Zahlreiche Schulbusse treffen auf eine hohe Anzahl von PKW, Fahrradfahrern und Fußgängern. Dies gefährdet insbesondere die Kinder, die oft noch im Grundschulalter sind.
Die Fußgängerampel ist selbst nach Einsatz neuer LED-Technik keine ausreichende Lösung. Für einen Kreuzungsbereich dieser Größenordnung ist eine Vollsignalisierung zwingend.
Aus diesem Grund hatte die SPD-Ortsratsfraktion in Geismar im März 2009 erneut einen entsprechenden Antrag im Ortsrat gestellt, dem dieser einstimmig gefolgt ist.
Vor diesem Hintergrund und auch wegen des wachsenden öffentlichen Interesses fragen wir die Verwaltung:
1. Wie ist der Sachstand der zugesagten Prüfung?
2. Kann mit einem Vollausbau der Kreuzung gerechnet werden?
Antwort der Verwaltung
Antwort erteilt : Stadtbaurat Dienberg
Zu den Fragen wird wie folgt Stellung genommen:
Die Verwaltung hat bereits in der Vergangenheit den Ausbau der Kreuzung Pastor-Sandor-
Bogen/Kiesseestraße/Schulweg geprüft.
Neben der Beratung im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke wurden auch
Ortstermine mit Vertretern der Bürger, Polizei, Ortsrat und des FD Stadt- und Verkehrsplanung durchgeführt. Ergebnis der Gespräche in 2005 war die Umsetzung folgender Maßnahmen:
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Einsatz größerer Scheiben für das Rotsignal
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Einsatz neuer LED-Technik
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Verlängerung der Grünzeit für Fußgänger/-innnen
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Verlängerung der Schutzzeiten (zwischen Grünende Autoverkehr und Grünbeginn Fußgängerverkehr)
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Ergänzende Markierungen (Haltelinien Radverkehr)
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Damals herrschte zwischen allen an den Ortsterminen Beteiligten Einigkeit, dass auf eine Vollsignalisierung der Kreuzung zu verzichten ist, da dem hohen finanziellen Aufwand (ca.125.000 €) kein wesentlicher Sicherheitsgewinn gegenüberstehen würde. Insbesondere der Einsatz der LED-Signale wurde damals als deutliche Verbesserung empfunden.
Dennoch ist weiter zu beobachten, dass einzelne Rotlichtverstöße durch PKW-Fahrer erfolgen, aber auch querende Fußgänger und Fahrradfahrer leider nicht immer das Rotlicht beachten.
Zur weiteren Sicherung des Fußgängerüberwegs wird die Verwaltung als Sofortmaßnahme
Umfassende Verkehrsbeobachtungendie Einrichtung einer Tempo-30-Regelung streckenbezogene Einzelfallregelung) im Kreuzungsbereich prüfen.
Die Verwaltung wird das Verkehrsverhalten an der Kreuzung Pastor-Sandor-Bogen/Kiesseestraße/Schulweg weiter beobachten und die ermittelten Daten nach Umsetzung vorbenannter Maßnahmen auswerten.
Ferner wird die Verwaltung - um die Aufmerksamkeit der PKW-Fahrer auf der Kiesseestraße zu erhöhen - östlich und westlich der Fußgänger-LSA eine Markierung des Verkehrszeichens VZ 136-20 ("Kinder") auf den Fahrbahnbelag großflächig aufbringen (analog zur Vorgehensweise an der Schule in der Görlitzer Straße, vgl. Abbildung).
Die Verwaltung wird überdies kurzfristig eine Ausbauskizze für eine Vollsignalisierung erarbeiten und im Ausschuss vorstellen. Dort wäre dann zu diskutieren, ob eine Vollsignalisierung den gewünschten Sicherheitsgewinn zu liefern in der Lage ist.
Abb.: Markierung des VZ 136-20 in der Görlitzer Straße
