|  | Schritte gegen Kinderarmut und für bessere Bildung |
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 Sichtbares Wohlstandsgefälle in der Weststadt: die „Treppchenhäuser“. Noch wartet die Stadt auf das Programm „Soziale Stadt“.
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Vor wenigen Wochen wurde im Ratssaal eine Studie zur Kinderarmut in Göttingen vorgestellt. Klar ist für die SPD-Stadtratsfraktion, dass auch auf kommunaler Ebene gehandelt werden muss. Jedes vierte Göttinger Kind lebt in einer Familie, die Sozialleistungen bezieht. „Das dokumentiert eine Spaltung der Gesellschaft, der entschieden entgegen getreten werden muss“, erklärt Fraktionschef Tom Wedrins, „uns geht es um ein sozial gerechtes Göttingen.“
Oft mangele es an ganz einfachen Dingen, die Bildungschancen verbauen könnten. „Manche Eltern können Ranzen, Stifte und Hefte ihrer Kinder nicht bezahlen. Hier müssen wir unbürokratisch helfen“, beschreibt Ratsfrau Helmi Behbehani den Sinn der Förderung. Deshalb hat die SPD im neuen Haushalt 35.000 Euro für die Erstausstattung von Grundschülern bereitgestellt.
Aber es geht auch um eine vernünftige Ernährung. So sei es zwar ein großer Erfolg, dass Göttingen viele Ganztagsschulen habe, gerade aber bei der Mittagsverpflegung zeige sich, dass viele Kinder kein Geld dafür hätten. Wedrins: „Auch hier haben wir einen Fördertopf für schnelle, pragmatische Hilfe in Vorbereitung.“ Bis zum kommenden Schuljahr sollen Stadtverwaltung und Schulen abstimmen, wie das Geld ohne „Formularkram“ gezielt eingesetzt werden kann.
Ein weiterer konkreter Schritt der SPD ist im Rat bereits auf große Zustimmung gestoßen: der Antrag, dass Kinder für die Nutzung der Stadtbibliothek nichts mehr bezahlen müssen. „Lesen ist zentrale Schlüsselkompetenz, macht Spaß und weckt Neugier auf die Welt und das Leben, schafft aber auch Freiräume für Kinder“, sagte Frank-Peter Arndt zur Begründung.
„Wir sind mit diesen kommunalen Schritten auf einem guten Weg“, ist sich die SPD sicher. Gute Ansätze gebe es auch in der Stadtentwicklung. Die „Soziale Stadt“ in Grone habe gezeigt, was man alles machen könne. Deshalb warte man dringend auf die Landesmittel für die „Soziale Stadt“ Weststadt. Dann könne auch ein Schandfleck endlich verschwinden, die „Treppchenhäuser“ am Maschmühlenweg. Wedrins: „Mit dem auf Genehmigung wartenden Programm ,Soziale Stadt’ hätten wir längst Ersatz schaffen können. Nun erwarten wir eine Entscheidung für die Menschen in diesem Stadtteil. Eine Stadt die Wissen schafft, muss eine Stadt sein, die für alle da ist!“
