Konkrete Maßnahmen für einen attraktiven Stadtbusverkehr in Göttingen
Antwort der Verwaltung am 25. 01. 2007
Stadtbaurat Dienberg
Bezugnehmend auf den Antrag „Konkrete Maßnahmen für einen attraktiven Stadtbusverkehr in Göttingen“ der SPD-Ratsfraktion vom 08. Juni 2006 im Bau- und Planungsausschusses und dem Beschluss des Ausschusses: “Die Verwaltung wird nach Abschluss der Prüfung der einzelnen Punkte im Bau- und Planungsausschuss berichten fragen wir die Verwaltung:
1. Welche Maßnahmen wurden seit Juni 2006 zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in Göttingen von der Verwaltung durchgeführt?
2. Welche Maßnahmen wurden von der GöVB unternommen um neue Kundenkreise zu erschließen?
3. Welche Erfolge sind zu 1. und zu 2. zu verzeichnen?
4. Sind Schnuppertickets von der GöVB geplant oder wurde die Idee verworfen, wenn ja warum?
5. Welche Vorschläge aus dem Antrag der SPD-Ratsfraktion wurden erörtert und mit welchem Ergebnis?
Zu 1. und 2.
Über das kontinuierliche Engagement zur nachhaltigen Attraktivitätssteigerung des ÖPNV hinaus sind im Jahr 2006 von Verwaltung und GöVB folgende Maßnahmen (z. T. in Verbindung weiteren Partnern im Verkehrsverbund Südniedersachsen) durchgeführt worden:
- zusätzlicher Spätverkehr vom ZOB während der Fußball – WM (gemeinsame Maßnahme von Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) und der Stadt Göttingen als Aufgabenträgern des ÖPNV im VSN
- kostenlose Fahrradmitnahme auf allen Linien der GöVB
- kostenloser Adventsshuttle vom Schützenplatz in die Innenstadt an den vier Adventssamstagen
- Beibehaltung der bisherigen Tarife im Stadtbusnetz (im Unterschied zu nahezu allen anderen Verkehrsunternehmen)
- Modernisierung des Fuhrparks, damit Steigerung des Fahrkomforts, der Barrierefreiheit und der Umweltqualität (allein 2006 wurden 16 neue Busse nach Euro 5 – Norm im Austausch gegen ältere Fahrzeuge bestellt)
- Nachrüstung nicht kurzfristig auszutauschender Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern
- u. a. „Tag der offenen Tür“ bei den GöVB i. R. des allgemeinen Marketings
- breit angelegte Expertise zur Optimierung des Schülerverkehrs (gemeinsames Projekt von Stadt Göttingen, ZVSN, GöVB und RBB)
- Durchführung einer im gesamten VSN – Gebiet breit angelegten Verkehrserhebung mit Kundenbefragung zur Gewinnung aktueller Daten für eine kunden- und nachfrageorientierte ÖPNV – Planung (gemeinsame Maßnahme im VSN)
- Vorbereitung der Einführung eines zentralen Beschwerdemanagements gemeinsam mit den Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen im VSN, Umsetzung im ersten Halbjahr 2007
- Definition einer Reihe sehr unterschiedlicher und breit angelegter Prüfaufträge für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2007 – 2011 mit dem Ziel, den ÖPNV in Göttingen zu optimieren
Zu 3.
Insgesamt konnte nach restrukturierungs- und tarifbedingten Rückgängen der Fahrgastzahlen in der Vergangenheit 2006 eine leichte Steigerung der Fahrgastzahlen verzeichnet werden. Die o.g. Maßnahmen zeitigen im einzelnen je unterschiedliche Ergebnisse: kurzzeitige Resonanz wie bspw. beim Adventsshuttle, langfristig wirksame und vom Kunden nicht unmittelbar spürbare etwa bei der technischen Aufrüstung, dauerhaft gute Annahme z.B. der kostenlosen Fahrradmitnahme (ca. 1.500 Räder / Monat). Andere Maßnahmen wie die Verkehrserhebung und die daraus abzuleitenden Angebote werden mittelfristig wirksam werden. Grundsätzlich ist der ÖPNV mit einem guten Image belegt, dies zeigen u.a. die Resonanzen aus dem regelmäßig tagenden Fahrgastbeirat oder die breit angelegten Bürgerinformationen zum Nahverkehrsplan im Dezember 2006.
Zu 4.
Kurzfristig werden Schnuppertickets angeboten im Rahmen der Aktion „Willkommen in Göttingen“. Hier werden Göttinger Neubürgern Coupons für verschiedene Einrichtungen in einem Gutscheinheft offeriert; zur „Entdeckung des Stadtbusnetzes“ ist eine Tageskarte für die Nutzung der GöVB – Busse enthalten.
Weitere Angebote könnten nach Vorlage der Ergebnisse der Verkehrserhebung (einschl. Kundenbefragung) zielgruppengerecht entwickelt werden. Wie bereits in der Stellungnahme der Verwaltung zum Bauausschuss am 08.06.2006 erläutert, soll in diesem Jahr eine Haushaltsbefragung in Göttingen (einschl. Rosdorf und Bovenden) durchgeführt werden, um gerade auch Informationen über die (Noch-) Nicht – Kunden des ÖPNV und deren Mobilitätsbedürfnisse zu bekommen. Erfahrungen in anderen Kommunen zeigen, dass Schnuppertickets nur dann erfolgreich im Sinne nachhaltiger Kundengewinnung sind, wenn sie sehr zielgruppengenau angeboten und zugeschnitten sind.
Zu 7. (Kombiticket)
Über die bereits vorhandenen Angebote und Erkenntnisse hinaus (vgl. hierzu die Ausführungen in der Stellungnahme der Verwaltung im Bauausschuss am 08.06.2007) waren die Reaktionen der befragten Gesellschaften eher negativ.
