|  | Konkrete Maßnahmen für einen attraktiven Stadtbusverkehr in Göttingen |
|  | |
|  |

Antrag zur Sitzung des
Bau- und Planungsausschusses
am 08. Juni 2006
Der Bauausschuss möge dem Rat zum Beschluss empfehlen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der GÖVB zu prüfen, ob folgende Aktion in Göttingen durchgeführt werden kann.
Die GÖVB startet eine Informationsoffensive indem sie Testfahrer sucht, die schon immer wissen wollten, ob das GÖVB-Angebot auch für sie interessant ist. Die ausgewählten Personen können in einem vorgegebenen Zeitraum das GÖVB-Angebot nutzen, um sich ein Bild darüber zu machen, ob das Angebot auch für die eigenen Bedürfnisse passt. Im Testzeitraum erhalten die Teilnehmer ein kostenloses Ticket.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den städtischen Gesellschaften und Gesellschaften mit städtischer Beteiligung Kombi-Tickets zu entwickeln, wie etwa eine kombinierte Bus-und SpaßBadCard, Einrittskarten mit eingeschlossener Busfahrt für Kultureinrichtungen und für Konzerte in der Lokhalle und der Stadthalle (in Zusammenarbeit mit der GWG).
3. Die GÖVB wird aufgefordert, mit der Deutschen Bahn eine Vereinbarung über den Verkauf des „Niedersachsen-Tickets“ in den Stadtbussen und den Vorverkaufsstellen der GÖVB abzuschließen.
Begründung
Mit dem Bus zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Freizeitvergnügen – die Menschen in Göttingen werden eingeladen, genau dies zu testen.
Den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Göttingen sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Stadtbusangebot in Göttingen vertraut zu machen. Deshalb wird den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben, sich als GöVB-Testfahrer zu bewerben. Frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ haben so Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, einmal kostenlos und unverbindlich zu testen, ob der GÖVB nicht auch für sie ein passendes Fahrangebot bereithält.
Die ausgewählten Testfahrer erhalten für einen Monat ihr kostenloses Testfahrer-Ticket. Alle Stadtbusse können hiermit frei genutzt werden. Die Fahrten werden im GÖVB-Tagebuch festgehalten. Fällt dem Testfahrer etwas besonders positiv oder negativ auf, so hält er auch das im GÖVB-Tagebuch fest. Am Ende der Testzeit füllt der Testfahrer noch eine kurze Ergebnis-Checkliste aus. Das Tagebuch und die integrierte Checkliste werden dann wieder an den GÖVB zurückgegeben, damit die statistische Auswertung der Test-Aktion erfolgen kann. Eine erfolgreiche Test-Fahrer-Aktion kann viele positive Nebeneffekte haben: Verringerung des privaten PKW Gebrauchs in der Stadt, Verringerung der Feinstaubproblematik und mehr Kunden für die GÖVB.
Mit aus anderen Städten bekannten Kombitickets könnte die Attraktivität von Kultureinrichtungen und Veranstaltungen erhöht und deren Erreichbarkeit mit dem Stadtbus gezielt verbessert werden. Da dieser Verkehr im Wesentlichen in der Schwachlastzeit stattfindet, könnte damit zudem eine bessere Auslastung der Stadtbusse erreicht werden.
Es ist viel zu wenig bekannt, dass das „Niedersachsen-Ticket“ auch dazu benutzt werden kann, in den Göttinger Stadtbussen zu fahren (werktags ab 9 Uhr, am Wochenende ganztags). Dies liegt sicherlich auch daran, dass der Verkauf in unserem Bereich bislang nur über die Automaten und Reisezentren der Bahn sowie im Internet erfolgt. Seit der Ausweitung der Gültigkeit des Niedersachsentickets auf das Wochenende und dem Start der Metronom-Züge (Ende 2005) ist es deutlich attraktiver geworden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel nach Hannover zu fahren. Unter Einschluss des Stadtbusses bietet der ÖPNV ein unschlagbar günstiges Angebot, das durch den aktiven Verkauf des Niedersachsen-Tickets unterstützt werden sollte. Den GÖVB fließen durch den Verkauf Provisionen zu.
Antrag mit konstruktiver Stellungnahme der Stadtverwaltung einhellig beschlossen
