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Hochspannung wegen geplanter Stromtrasse




Vom Umspannwerk Wahle im Landkreis Peine bis nach Mecklar an der Fulda im nordhessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird eine neue Stromtrasse geplant. Der Energieriese EON will dafür auf 190 Kilometern Länge 60 Meter hohe „Monster-Masten“ aufstellen, im Göttinger Bereich viel zu nah an der Bebauung. Die Landesregierung hat es sich einfach gemacht: Im Raumordnungsprogramm beschloss sie am 26. Juni 2007, die Stromtrasse nur textlich festzulegen. Der für schwarz-grüne Kapriolen bekannte Grünen-Landtagsabgeordnete Wenzel wollte in Sachen Realitätsferne nicht nachstehen. Er erklärte die EON-Pläne schlicht für überflüssig.


Im Westen Göttingens bekommt die Stromtrasse ihre eigene Dynamik. „Für die Attraktivität des Elliehäuser Neubaugebietes ist die mit der Hochspannungstrasse verbundene Unruhe schlichtweg katastrophal“, kritisiert Ortsbürgermeister Fritz-Wilhelm Neumann. Der SPD-Ratsherr fürchtet einen Rückschlag bei der Vermarktung des Gebietes: „Die Höchstspannungsleitung kommt für den Westen zur Unzeit.“


Nach den neuerlichen Überschwemmungen von Eikborn, Südring und Neubaugebiet verstärke sich im Ort die Erkenntnis, folgenreichen Fehlplanungen ausgeliefert zu sein. Der Ortsrat hat hier den Einsatz der Stadt eingefordert. Ein anderes Dauerproblem ist das Elliehäuser Schallloch, eine Panne bei der Planung des Lärmschutzes an der Autobahn. Als Lösung ist ein Wall angedacht, der wird aber blockiert. Neumann: „Bei dieser Dichte von Misserfolgen muss das Gefühl entstehen, dass wir hinter der Autobahn abgekoppelt sind.“ Die „Monster-Masten“ würden als Ungerechtigung empfunden: Strom aus der Steckdose für die Mehrheit und ein verdrahteter Himmel für die anderen. Die SPD-Fraktionen im Rat der Stadt und im Kreistag lehnen deshalb die oberirdische EON-Stromleitung aus guten Gründen ab. Das in Kürze beginnende Raumordnungsverfahren wird andere Lösungen finden müssen.



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