|  | Saathoffplatz soll nach Nahnsen benannt werden |
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Göttingen. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen beantragt in der kommenden Kulturausschuss-Sitzung die Umbenennung des Saathoffplatzes in Ingeborg-Nahnsen-Platz. Zusammen mit der Grünen-Fraktion sind die Sozialdemokraten der Auffassung, dass die Benennung einer öffentlichen Straße in Göttingen nach einem Hitler-Verehrer und Antisemiten wegen der inzwischen bekannt gewordenen Erkenntnissen nicht mehr haltbar sei.
"Für unserem Vorschlag, den Platz künftig nach der langjährigen Ratsfrau und Göttinger Sozialpolitikerin Ingeborg Nahnsen zu benennen, erhoffen wir uns eine breite politische und gesellschaftliche Unterstützung", erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Kulturausschuss Vorsitzende Frank-Peter Arndt. Die 1996 gestorbene Professorin Ingeborg Nahnsen habe als Mitglied des Rates zwischen 1968 und 1991 maßgeblich die Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik der Stadt mitgestaltet. Sie habe auch beim politischen Gegner einen herausragenden Ruf genossen. Der Vorschlag, den Platz mit einer modellhaften städtischen Altenhilfeeinrichtung nach der Sozialpolitik-Professorin und langjährigen Vorsitzenden der Göttinger SPD zu benennen, dränge sich deshalb geradezu auf, ist sich Arndt sicher.
Ingeborg Nahnsens hochschul- und kommunalpolitisches Engagement war, so die Antragsbegründung, von der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus geprägt, den sie selbst im Reichsarbeits- und Kriegshilfseinsatz erlitten hatte. Nahnsens Sorge galt dem Erhalt und der Entwicklung leistungsstarker öffentlicher Einrichtungen, zu denen auch das Altenheim am bisherigen Saathoffplatz gehört. Arndt: "Auch dieses Signal wollen wir mit der Umbenennung setzen."
