|  | Unabhängiges Leben im Alter |
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Für ein sozial gerechtes Göttingen
Die Verwaltung wird beauftragt, für die Stadtteile „Leineberg“ und „Holtenser Berg“ ein Konzept für das ,,Betreute Wohnen zu Hause" sowie für eine wohnortnahe Versorgung zu erarbeiten. Hierbei sind die Akteure im Stadtteil, vor allem die dort aktiven Wohnungsbauunternehmen und die Kirchengemeinden einzubeziehen.
Begründung
Das Ziel der meisten Menschen ist ein unabhängiges Leben im Alter und möglichst ein Verbleib in der eigenen angestammten Wohnung. Dies bestätigte auch das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KdA) in seinem von der Sozialverwaltung vorbereiteten Fachvortrag im Januar 2007 im Neuen Rathaus.
Um ein solches möglichst unabhängiges Leben im Alter in der eigenen Wohnung, im bestehenden Wohnumfeld und der bestehenden Nachbarschaft zu unterstützen, sind jedoch neue stadtteilbezogene Konzepte erforderlich. Bisher geht Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit im Alter meist einher mit der Notwendigkeit, die eigene Wohnung zu verlassen, in ein Betreutes Wohnen oder in eine Pflegeeinrichtung umziehen zu müssen. Ziel der neuen Stadtteilkonzepte ist es, die bestehenden Wohnungen und die Infrastruktur im Quartier an die demographische Entwicklung anzupassen, damit Menschen im Alter, die besonders auf ihre bestehenden sozialen Kontakte angewiesen sind, nicht aus ihren sozialen Netzwerken herausgerissen werden müssen. Diese Unterstützung beim Älterwerden im bestehenden Umfeld bekommt zunehmende Bedeutung, angesichts einer Generation, die immer weniger auf familiäre Unterstützung zählen kann. Gerade in Göttingen leben viele ältere Menschen alleine, die ohne Angehörige auskommen müssen oder deren Familienangehörige weit verstreut leben und keine alltäglichen Hilfen leisten können.
Vorrangig in den Stadtteilen Leineberg und Holtenser Berg soll mit den vor Ort vertretenen Wohnungsbauunternehmen ein Konzept zur baulichen Anpassung der Wohnungen für ältere Bewohner erarbeitet werden, das die Nachrüstung von Aufzügen im Geschosswohnungsbau, barrierefreie Zugänglichkeit sowie den altengerechten Umbau der Wohnungen umfassen soll. Gegenüber dem Durchschnittsalter der Göttinger Bevölkerung von 40,0 Jahren, haben die Bewohner des Leinebergs mit 44,3 Jahren und auf dem Holtenser Berg mit 41,2 Jahren ein überdurchschnittliches Lebensalter.
Mit den bestehenden örtlichen Kirchengemeinden und anderen Akteuren, wie dem Handel, Beratungsstellen, Pflegediensten, Hausnotruf, mit dem „Bonus-Freiwilligenzentrum“ und dem Seniorenbeirat ist ein Betreuungs- und Versorgungsangebot in den Stadtteilen zu erarbeiten. Erforderlich ist etwa ein Lieferservice für Einkäufe, ein Mittagstisch für Senioren, ein Beratungsangebot und Pflegedienstleistungen vor Ort.
