|  | SPD fordert Fusion der Volkshochschulen von Stadt und Kreis |
|  | |
|  |

Die von der Landesergierung geplante Novelle des Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetzes (EBG) stößt bei der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen auf scharfe Kritik. Die Pläne führen nach Berechnungen des Fraktionsvorsitzenden Tom Wedrins zu jährlichen Kürzungen von 70.000 Euro bei der Volkshochschule Göttingen. „Dieses Geld wird aber für die Lehrgänge zum Nachholen von Schulabschlüssen dringend benötigt“, kritisiert Wedrins.
Immer mehr Menschen seien schon heute aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage, an den Bildungsangeboten der VHS teilzunehmen. Wedrins: „Die jetzt geplanten Kürzungen des Landes entziehen der VHS Göttingen die Finanzierungsgrundlage.“ Die Einwerbung von Geldern durch Drittmittel und durch die Eröffnung von neuen Geschäftsfeldern, etwa die Gründung einer Transfergesellschaft, könnten die drohenden Einnahmeverluste nicht kompensieren.
Die Umverteilungen des Landes zu Lasten der städtischen VHS werden nach den Befürchtungen der SPD-Fraktion dazu führen, dass die Angebote der Schulabschlüsse eingeschmolzen werden. „Diese Entwicklung wäre bedauerlich“, erklärt Wedrins, „weil dieser Bildungsweg für viele Menschen oft die einzige Chance sei, den Broterwerb selbst in die Hand zu nehmen.“ Hier erworbene Schulabschlüsse seien wertbeständig, gesellschaftlich anerkannt und in jedem Fall eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Die Praxis zeigt, dass nach erfolgreichem Abschluss Sozialausgaben an anderer Stelle von der Stadt eingespart werden könnten. Es sei auch nicht hinzunehmen, so Wedrins, dass zehn Weiterbildungslehrer ihre Stelle verlieren würden. Außerdem sind Schulabschlüsse klare Aufgaben des Landes; dies mache die geplante Benachteilung völlig unverständlich, da den Volkshochschulen die Aufgabe bleibe, das Geld aber nicht zur Verfügung gestellt werde.
Vor diesem Hintergrund sei es nicht zu verstehen, dass die Stadt Göttingen weitest gehende Bildungsleistungen für die umliegenden Landkreise erbringt, das Land diese Arbeit mit der in der EBG-Novelle geplanten Kürzung aber bestraft, indem es das Geld künftig verstärkt in die Fläche lenken will, ohne dafür auch die besondere Leistung zu verlangen. Wedrins: „Die Stadt kann sich das nicht bieten lassen.“
„Deshalb fordern wir die Verwaltungen von Stadt und Landkreis Göttingen auf, schnell zu handeln. Eine Fusion der beiden Volkshochschulen ist wegen der Pläne in Hannover dringend geboten, damit die Schulabschlusskurse, aber auch andere Bildungsangebote erhalten bleiben. 40 Prozent der Teilnehmer der VHS Göttingen kommen ohnehin bereits aus den umliegenden Landkreisen, stellt Wedrins fest.
